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Experte verrät, worauf es ankommt

Experte verrät, worauf es ankommt
Lohnt sich ein Balkonkraftwerk wirklich für dich?

Thomas
Von: Thomas | zuletzt aktualisiert: 30.10.2023 | Lesedauer: 15 Minuten

Spätestens mit Beginn der Preisexplosion bei den Energiekosten sind Balkonkraftwerke in aller Munde. Ein Blick auf Balkons, in Gärten oder auf Garagendächer verrät: Die kleinen Mini-Solaranlagen sind längst in den Mietwohnungen und Grundstücken angekommen. Unser Experte Norbert Birkner, unabhängiger Energieberater, gibt uns unter anderem Auskunft darüber, ob sich Balkonkraftwerke wirklich lohnen, was es zu beachten gibt und wie hoch das Einsparpotenzial der Mini-PV-Anlagen ist.

Was ist eigentlich ein Balkonkraftwerk?

Ein Balkonkraftwerk (auch als Mini-Photovoltaikanlage, Plug-and-Play-Solaranlage, Mini-Solaranlage oder Stecker-Solaranlage bezeichnet) ist der ab 2021 immer häufiger verwendete Begriff für eine Privatanlage zur Erzeugung von Strom durch Sonneneinstrahlung. Ein kleines Kraftwerk im wahrsten Sinne des Wortes, das Sonnenenergie in Strom umwandelt und diesen in das private Hausstromnetz einspeist, um Geräte wie Lampen, Kühlschränke oder Wasserkocher zu versorgen. Dadurch sparen Verbraucher*innen Strom, da sich der Zähler im häuslichen Stromkasten langsamer dreht. Ein Balkonkraftwerk ist damit ein Gerät, welches aufgrund seiner Dimensionen und Leistung ausschließlich für den Privatgebrauch genutzt wird.

Aus welchen Komponenten besteht ein Balkonkraftwerk und wie funktioniert es?

Mehrere Komponenten sind nötig, um eine Mini-Solaranlage zu betreiben. Ein Solarpanel oder -modul ist das größte und sichtbarste Teil eines Balkonkraftwerks. Dieses wird am Geländer des Balkons befestigt und fängt die Sonnenstrahlen ein. Die Energie wird in Gleichstrom umgewandelt. Um zu erreichen, dass aus Gleichstrom der für unser Stromnetz benötigte Wechselstrom wird, ist ein Wechselrichter nötig. Dieser ist mit dem Solarmodul verbunden und speist per in einer Steckdose eingestecktem Stromkabel den Strom ins Hausnetz ein. Laut VDE-Norm (die allgemein anerkannte Regeln der Technik vorgibt) ist dafür eine Wieland-Steckdose sowie ein Wieland-Stecker notwendig, um das Balkonkraftwerk anzuschließen. Dieser Stecker ist mit einer Dichtung versehen und die Steckkontakte sind verborgen, weshalb er höhere Sicherheitskriterien erfüllt.

Möglich ist aber auch der Betrieb über einen Schutzkontakt-Stecker (Schuko-Stecker). Weitere Komponenten sind Befestigungsmaterial für das Panel sowie optional Stromspeicher und Stromzähler. Viele Anbieter von Balkonkraftwerken betreiben auch Apps, die sich mit dem Wechselrichter per WLAN verbinden, um den erzeugten Strom zu messen.

Wie kompliziert ist die Installation und Inbetriebnahme eines Balkonkraftwerks und worauf gilt es zu achten?

Wie eben bereits erklärt, ist die Inbetriebnahme eines Balkonkraftwerkes relativ einfach und damit auch für Laien zu bewerkstelligen. Die allermeisten Modelle werden als Komplettsets vertrieben und sind daher besonders anwenderfreundlich. Eine Selbstmontage ist deshalb kein Problem, speziell, wenn die Anlage per einfachem Schuko-Stecker betrieben wird. Bei der Verwendung über eine Wieland-Steckdose sollte unbedingt ein Elektriker beauftragt werden, wofür jedoch zusätzliche Kosten anfallen. Für die Befestigung des Solarmoduls ist unter Umständen ein wenig handwerkliches Geschick erforderlich, zu zweit allerdings definitiv auch ohne Spezialkenntnisse zu bewältigen. Laut Energieberater Norbert Birkner sollte außerdem geprüft werden, ob die Befestigung sturmsicher ist. Gegebenenfalls müssen also zusätzliche Maßnahmen getroffen werden, damit das Balkonkraftwerk auch bei starken Winden gesichert ist.

Das Solamodul sollte der Empfehlung des Experten zufolge eher Richtung Himmel ausgerichtet sein: „Bei der Modul-Ausrichtung gilt: Mehr zum Himmel als zur direkten Sonne ausrichten. Damit erzielt man speziell im Frühjahr und Sommer oftmals noch bessere Ergebnisse, da die Sonne sehr hoch steht. Wer die Möglichkeit hat, zwei Solarmodule aufzustellen, der kann eins im Osten und eins im Westen aufstellen, um den ganzen Tag Sonnenstrahlen einzufangen und vormittags den Grundstrom über das im Osten montierte Gerät zu decken, Nachmittags und am Abend dann mit dem Balkonkraftwerk im Westen. Achtet ebenso auf eine möglichst hohe Verschattungsfreiheit.“

Installation Balkonkraftwerk

Was kostet ein Balkonkraftwerk und worauf sollte man bei einem Kauf achten?

Die Kosten für ein Balkonkraftwerk inkl. eines Solarmoduls, Wechselrichters, Montagematerial und Kabel sind je nach Leistung und Modell unterschiedlich. Grob überschlagen, muss man bei einem gängigen Balkonkraftwerk mit etwa 500-800 € rechnen. Viele Balkonkraftwerk-Shops bieten Sets an, die beispielsweise aus zwei oder vier Solarmodulen bestehen. Hier wird es für die Kund*innen etwas günstiger gegenüber dem Einzelkauf, man sollte aber darauf achten, ob für grundsätzlich mehr als ein oder zwei Solarpanels Platz ist und diese für die erlaubte Einspeisung von 600 Watt überhaupt benötigt werden.

Wer beabsichtigt, sich ein Balkonkraftwerk zuzulegen, der sollte sich in jedem Fall sehr genau die jeweiligen Produktinformationen durchlesen und sich zuvor im Internet zu seinem Modell informieren. Das Leistungsverhältnis des Solarmoduls zum Wechselrichter sollte in jedem Fall beachtet werden um nicht erst nach dem Kauf festzustellen, dass die gewünschte Stromeinsparung überhaupt nicht möglich ist.

Einen besonderen Spar-Tipp gibt uns Experte Norbert Birkner für den Kauf: „Beachtet auch mögliche Speditionskosten. Hier kann es Sinn ergeben, mit Freunden und Bekannten eine Sammelbestellung aufzugeben, um sich die sowieso anfallenden Versandkosten untereinander aufzuteilen.“

Sind Balkonkraftwerke vom Discounter wie LIDL und Co. genauso gut wie die von spezialisierten Herstellern wie Priwatt?

Taugen Balkonkraftwerke von Discountern etwas?

Balkonkraftwerke sind ein derartiges Trendprodukt, dass neben spezialisierten Händlern nach und nach auch immer mehr Discounter- und Supermarktketten Solarmodule (vor allem in ihren jeweiligen Onlineshops) verkaufen. Doch können die dort angebotenen Balkonkraftwerke mit den Produkten von Fachhändlern, die sich auf Balkonkraftwerke spezialisiert haben, mithalten?

Unser Blick in die Onlineshops der Supermärkte und auf deren Balkon-Solaranlagen-Sortiment verrät, dass vor allem mit Blick auf die Leistungsfähigkeit ein paar Unterschiede feststellen lassen. Die meisten Modelle sind Einsteigermodelle für Verbraucher*innen, die bislang keine oder nur wenig Erfahrung mit Balkonkraftwerken gemacht haben. Generell beschränkt sich die Auswahl, wie z.B. bei LIDL, auch auf deutlich weniger Produkte oder Produktsets, was jedoch nicht überraschend ist, liegt LIDLs Expertise mit Sicherheit in anderen Bereichen. Mit dem PBKW 300 A1 Smart* (aktuell nicht mehr im Shop verfügbar) bietet der Discounter nur ein Produkt als Startset der LIDL-eigenen Baumarktmarke „PARKSIDE“ zum Verkauf an. Speziell für kleine Balkone und als Einstiegsmodell ist das Balkonkraftwerk für aktuell 219 € allerdings ein echtes Schnäppchen, erzeugt aber auch nur 150 Watt. (Link zum Produkt oder unserer Anbieterseite für Code).

Auch Aldi Nord will mitmischen, bietet wie LIDL aber auch nur ein einziges Produkt, das die breite Masse ansprechen soll. Für 469 € bekommt von der Marke Solovoltaik* dann zwei Solarmodule mitsamt aller notwendigen Komponenten (aktuell ist das Produkt vergriffen und kann nicht bestellt werden). Allerdings sind nur maximal 350 Wp Leistung mit den beiden Panels möglich, was im Vergleich zu den Produkten von Fachhändlern wie Priwatt, Actec Solar, paua oder Kleines Kraftwerk unter dem Standard liegt, zum Decken des Grunstrombedarfs allerdings oftmals schon ausreichen dürfte. Es lassen sich also Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Balkonkraftwerke zwischen einem Discount-Produkt und einem Produkt von einem Fachhändler feststellen.

Netto und Kaufland setzen dagegen noch stärker auf den aktuellen Balkonkraftwerktrend und bieten über 60 bzw. 250 Artikel rund um das Thema zum Verkauf an. Hier ist auch die Markenvielfalt größer, entsprechend gibt es Produkte namhafter und auf Solarenergie spezialisierter Marken wie Deye, Veska, Offgridtec oder Lieckipedia zu kaufen. Damit finden sich hier einige Balkonkraftwerke, die in Sachen (Preis-)Leistung zum Teil mit den Mini-Solaranlagen ausgewiesener Fachhändler mithalten können. Allerdings handelt es sich meist um Einsteigermodelle.

Mit etwas Recherche und einen Blick auf die Daten und Hersteller der wichtigsten Komponenten eines Balkonkraftwerks kann ein Kauf auch im Discounter aber durchaus sinnvoll sein, wie auch Energie-Experte Norbert Birkner zu verstehen gibt: „Auch die von Discountern angebotenen Modelle sind absolut in Ordnung und erzeugen Strom, wodurch der Grundlastverbrauch gedeckt werden kann und sich Kosten verringern. Bei einer kleineren Anlage mit 300-400 Watt kann man nicht viel falsch machen, allein weil das eigentlich die wirtschaftlichste Variante ist. Letztlich bestimmt vor allem aber auch die Qualität die Langlebigkeit der Mini-PV-Anlage und somit die Wirtschaftlichkeit.“

Für wen lohnt sich ein Balkonkraftwerk?

Im Grunde genommen eignen sich Balkonkraftwerke für alle, die daran interessiert sind Strom zu sparen und gleichzeitig einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz bzw. zur Energiewende beitragen wollen. Im Detail sollte man sich jedoch zum einen die eigene (Wohn-)Situation vor Augen führen, und zum anderen überlegen, wie viele Geräte, die Strom benötigen, (wann) überhaupt genutzt werden. Denn die herkömmlichen Balkonkraftwerke laufen ohne Speicher, das heißt durch den Wechselrichter in Wechselstrom umgewandelte Energie muss sofort verbraucht werden, um Spareffekte zu erzielen.

Wer in einem Singlehaushalt mit einem kleinen Balkon wohnt, der eine Nordausrichtung hat oder auf dem nie Sonne ankommt und gleichzeitig einen niedrigen Stromverbrauch hat, für diejenigen wird sich die relativ kostenintensive Anschaffung eines Balkonkraftwerkes kaum rentieren. Auch müssen gegebenenfalls Nutzungsgewohnheiten angepasst werden, um mehr aus der gewonnen Sonnenenergie herauszuholen, z.B. sollte die Waschmaschine oder die Spülmaschine am Tag laufen, statt vor oder nach Sonnenuntergang.

Bewohner*innen einer Mietwohnung mit Balkons in Richtung Süden hingegen haben allein durch den Standort eine gute Möglichkeit, mit Balkonkraftwerken Strom zu sparen und den Grundlastverbrauch des Haushalts abzudecken. Ist der jährliche Stromverbrauch zusätzlich mindestens durchschnittlich und Geräte werden häufig am Tag genutzt, dann kann sich ein Balkonkraftwerk rentieren und nach einigen Jahren sogar amortisieren. Mieter*innen, die einen kleinen Garten besitzen und dort beispielsweise weitere Möglichkeiten für das Anbringen eines Solarmoduls haben, können unter Umständen noch mehr profitieren.

Solarmodule auf dem Garagendach

Hausbesitzer*innen oder Personen, die mit Strom durch Balkonkraftwerke einen Großteil Stromverbrauchs durch Selbstproduktion decken wollen, sollten sich hingegen Gedanken um eine Photovoltaikanlage machen. Diese sind wesentlich leistungsstärker und können dank der großen Fläche viel mehr Strom erzeugen, wodurch das Einsparpotenzial deutlich höher ist. Allerdings sind auch hier die Investitionskosten höher.

Wie viel Strom kann ich mit einem Balkonkraftwerk sparen?

In Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit des Balkonkraftwerkes, des Standortes, des Neigungswinkels zur Sonne und bei ständiger Sonneneinstrahlung, lässt sich bei einer durchschnittlichen Solarmodulleistung von 600 Watt im Jahr idealerweise etwa 600 kWh Strom erzeugen. Die angegebenen Modulleistungswerte sind jedoch als Ideal- bzw. Maximalwerte zu verstehen, da diese unter anderem abhängig von den oben beschriebenen Faktoren sind. In der Regel darf man mit einem Wert von 400-550 kWh rechnen. Wie hoch die Kosteneinsparungen durch die Nutzung eines Balkonkraftwerkes ausfallen, kannst du im Priwatt Balkonkraftwerk Rechner selbst herausfinden.

Ein Rechenbeispiel: Du hast zwei Solarmodule an deinem nach Südwesten ausgerichteten Balkon montiert und lebst mit deinem Partner oder deiner Partnerin in einer Mietwohnung. Bei der letzten Jahresabrechnung eures Energieversorgers habt ihr gesehen, dass ihr 2000 kWh Strom verbraucht habt. Die Solarmodule sind in einem 90° Winkel an den Gitterstäben des Balkons befestigt. Damit könnt ihr ca. 479 kWh Strom im Jahr erzeugen, wovon ihr in etwa die Hälfte auch selbst verbraucht habt. Ihr konntet dadurch etwas mehr als 70 € sparen. Entsprechend deiner Ausgaben für dein Balkonkraftwerk kannst du somit ausrechnen, nach wie vielen Jahren sich der Kauf gerechnet hat.

Ein Balkonkraftwerk kann sich lohnen

Welche Trends sind bei den Balkonkraftwerken in den nächsten Jahren zu erwarten?

In den nächsten Jahren könnten weitreichende Änderungen und auch Lockerungen für den Betrieb von Balkonkraftanlagen anstehen. Nicht zuletzt durch den im Mai durch die Bundesregierung angekündigten Gesetzentwurfs steigt die Hoffnung, dass künftig die Einspeiseleistung des für den Betrieb notwendigen Wechselrichters bis zu 800 Watt betragen darf. Aktuell liegt dieser Wert noch bei 600 Watt. Außerdem könnte der Schuko-Stecker, über den bereits jetzt die meisten Balkonkraftwerke ans Stromnetz gehen, offiziell anerkannt werden. Bislang wird die Verwendung nur geduldet, ist aber nicht in der Produktnorm des VDE aufgenommen. Energie-Experte Norbert Birkner erwartet zusätzlich den vermehrten Einsatz von Speichern, weil Verbraucher*innen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit dieser falsche Vorstellungen haben. Im Grunde wird oftmals davon ausgegangen, dass ein Speicher automatisch dabei hilft, mehr selbst erzeugten Strom zu verbrauchen, was zu einer Kosteneinsparung führen muss. Im Einzelfall sei das möglich, jedoch – mit Blick auf die Anschaffungskosten – eher fragwürdig.

Fazit: Kauf eines Balkonkraftwerks kann sich lohnen

Wie bei so vielen Produkten ist die Frage danach, ob sich eine Anschaffung lohnt, nicht zweifelsfrei mit ja oder nein zu beantworten und von den Zielen bzw. der Vorstellung der Käufer*innen abhängig. Für Verbraucher*innen, die mit dem Kauf eines Balkonkraftwerks die Haushaltskasse entlasten und einen eigenen Beitrag zu Energiewende leisten möchten, ist ein Balkonkraftwerk eine gute Investition in die Zukunft und sinnvoll. Besonders Mieter in Wohnungen mit Balkon, die nach Süden zeigen, haben ein gutes Sparpotenzial und die Kosten für ihre Anlage nach wenigen Jahren bereits ausgeglichen. Für Hausbesitzer und diejenigen Personen, die mit Hilfe von Sonnenenergie (nahezu) vollständig den eigenen Energiebedarf decken wollen, ist ein Balkonkraftwerk hingegen nicht lohnenswert.

Ein letzer Tipp: Du bist am Kauf eines Balkonkraftwerks interessiert? Dann schau dich in unserer Balkonkraftwerke-Kategorie um und spare mit einem passenden Gutschein für deine Bestellung.

Häufige Fragen zu Balkonkraftwerken (FAQ)

Der bedeutendste Unterschied eines Balkonkraftwerks im Vergleich zu einer Photovoltaikanlage ist die Größe und Leistung. Eine Solaranlage auf einem Hausdach kann ohne Probleme das 20-fache an Wattpeak erzeugen. Ein Balkonkraftwerk-Modul liegt je nach Modell bei maximal um die 500-600 Wattpeak in der Spitze, für eine Photovoltaikanlage sind ohne Probleme 10.000 Wattpeak möglich. Um das zu erreichen, ist eine wesentlich größere Fläche an Solarmodulen nötig, um Sonnenenergie einzufangen und dank des Wechselrichters in Wechselstrom umzuwandeln. Ein Solarmodul eines Balkonkraftwerks misst meist etwa 1x 1,70 m, die Fläche umfasst also weniger als 2 m². Eine PV-Anlage auf einem Hausdach benötigt für 10 kWp ungefähr 70 bis 80 m² Dachfläche. Weitere Unterscheidungsmerkmale liegen im Anschluss an das Stromnetz: PV-Anlagen werden direkt im Zählerschrank angeschlossen, sowie bei einer möglichen Einspeisevergütung, die für Balkonkraftwerke quasi nicht möglich ist, da der erzeugte Strom direkt verbraucht wird.

Ja, Balkonkraftwerke sind für jede Art von Balkon nutzbar, vorausgesetzt, es gibt eine Möglichkeit, die Solarmodule zu befestigen. Da jedoch jeder Balkon über ein Balkongeländer verfügt, sollte eine Montage an fast jedem Balkon möglich sein. Abgesehen von der Befestigung des Balkonkraftwerks, ist außerdem die Lage des Balkons von großer Bedeutung. Balkone, die nach Norden ausgerichtet sind bzw. durch Bäume oder Häuser verdeckt werden, eignen sich nur bedingt für die Erzeugung von Solarenergie.

Ja, es ist erlaubt, mehr als ein Balkonkraftwerk zu besitzen und zu betreiben. Nach aktuellen gesetzlichen Vorgaben dürfen allerdings über den Wechselrichter nur maximal 600 Watt ins hauseigene Stromnetz eingespeist werden. Darüber hinaus erzeugter Strom wird nicht gespeichert, sofern das Balkonkraftwerk keinen extra Speicher besitzt, sondern ins öffentliche Netz geleitet. Dafür erhältst du allerdings keine Vergütung. Es ergibt daher aktuell nicht viel Sinn, mehrere Balkonkraftwerke zu betreiben, die gemeinsam mehr als 600 Watt erzeugen und den nicht von dir verbrauchten Strom ins öffentliche Stromnetz einspeisen.

Die Funktionsweise ist denkbar einfach: Sonnenstrahlen treffen auf das montierte Solarmodul des Balkonkraftwerks, wodurch die Energie in Gleichstrom umgewandelt wird. Mit Hilfe eines Wechselrichters wird Gleichstrom folglich in Wechselstrom umgewandelt und mittels eines Stromkabels und einer Steckdose direkt in das Hausstromnetz eingespeist. Hierfür ist ein Schutzkontakt-Stecker nötig, empfohlen wird laut VDE jedoch ein Wieland-Stecker und eine Wieland-Steckdose.

Es kommt darauf an. Für den normalen Gebrauch, um Energie zu sparen, dabei etwas Geld zu sparen und dem Klima etwas Gutes zu tun, reicht ein herkömmliches Balkonkraftwerk ohne Speicher vollkommen aus. Mit dieser Lösung fährt man auch am günstigsten und kann binnen weniger Jahre die Kosten amortisieren. Bei einem Balkonkraftwerk, welches durch einen Energiespeicher ergänzt wird, spielen vor allem die Anschaffungskosten eine bedeutende Rolle. Gängige Varianten mit Speicher liegen schnell bei 1000 bis 2000 € (z.B. der Priwatt Zendure SolarFlow*), wohingegen Balkonkraftwerk-Komplettsets ab ca. 500 € erhältlich sind. Durch den Betrieb des Wechselrichters, der bei Sonneneinstrahlung nun nicht nur Strom für den Verbrauch, sondern auch für den Speicher einspeist, wird zusätzlich mehr Energie benötigt. Norbert Birkner rät daher zu einer Balkon-PV: „Ein Speicher verursacht hohe Investitionskosten und hält nur ca. halb so lange wie ein gutes Balkonkraftwerk. Daher empfehle ich in Beratungsgesprächen lieber eine kleinere Anlage für den Grundstrombedarf, mit der etwas Strom eingespeist wird.“

Einige Websites, wie z.B. Home&Smart, haben einen Vergleich der Speicher-Effizienz zwischen einem Balkonkraftwerk ohne Speicher und mit Speicher angestellt. Dabei wird deutlich, dass der Grad der Autarkie nur leicht höher ist, wenn man Mini-Solaranlagen mit einem Speicher betreibt. Daher ist es sinnvoll, sich vor dem Kauf eines Balkonkraftwerks mit Speicher genau vor Augen zu führen, wie viel höher das Einsparpotenzial ist und nach wie vielen Jahren sich der Speicher überhaupt amortisieren könnte.

Definitiv! Der Betrieb eines Balkonkraftwerks ist ein kleiner Beitrag zur Energiewende, den viele leisten können. Durch die millionenfache Nutzung von Solarpanels im Privatbereich kann so durch Sonnenenergie grüner Strom erzeugt werden, der zumindest den Grundlastverbrauch im Haushalt deckt. Somit ist weniger Strom aus fossiler Energie dafür notwendig.

Vorteil 1 liegt auf der Hand und ist für viele der Entscheidende: Du sparst Geld.
Unter guten Bedingungen sind im Jahr durch den Betrieb mehr als 100 € Einsparung möglich. Geld, das du für etwas anderes verwenden kannst. Nach wenigen Jahren, wenn sich dein kleines Kraftwerk amortisiert hat, kannst du so richtig Geld sparen.

Vorteil 2: Du trägst zum Umweltschutz bei
Wie in der vorangegangenen FAQ erklärt, hilfst du durch die Produktion von Ökostrom dabei, dass fossile Rohstoffe immer mehr in den Hintergrund rücken.

Vorteil 3: Sehr leichte Installation und Inbetriebnahme
Ein Balkonkraftwerk kann nahezu jeder in Betrieb nehmen. Es sind keine besonderen Kenntnisse erforderlich und die Einspeisung per Stecker in den Hausstrom ist wirklich einfach. Möchte man gemäß VDE Richtlinie einspeisen, so sollte jedoch ein Elektriker hinzugezogen werden, der den Tausch der normalen Steckdose in eine Wieland-Steckdose bewerkstelligt. Einige Modelle lassen sich auch besonders einfach als Aufstell-Module im Garten platzieren. Ansonsten sind die Panels mit wenigen Handgriffen am Balkongeländer befestigt.

Vorteil 4: Energiesparen für jedermann
War es bis vor wenigen Jahren nur Hausbesitzer*innen oder Wohnungseigentümer*innen möglich, mit Sonne Strom zu erzeugen, so können nun auch Mieter*innen Balkonkraftwerke nutzen. Wichtig dabei: Unbedingt vor dem Kauf und der Installation beim Vermieter oder der Vermieterin nachfragen, ob das Betreiben eines Balkonkraftwerks erlaubt ist.

Vorteil 5: Balkonkraftanlage kann mitgenommen werden
Besonders bei einem Umzug ein Vorteil, um sein etabliertes System mitzunehmen. Einfach demontieren und auf dem neuen Balkon installieren.

Nachteil 1: Die Anschaffungskosten
Wie bereits oben im Text erläutert, sind Balkonkraftwerke als Komplettset ab etwa 500 € zu bekommen. Diese Einmalausgabe schlägt erst einmal ein ganz schönes Loch in die Haushaltskasse, kann sich aber nach etwa fünf Jahren durch den Betrieb der Balkon-Solaranlage bereits bezahlt machen.

Nachteil 2: Keine Vergütung für erzeugten Strom möglich
Mini-Solaranlagen für den Balkon oder Garten erzeugen vergleichsweise wenig Strom, der vor allem für Stand-by-Geräte genutzt werden kann. Der komplette Haushalt lässt sich also nicht mit dem Strom einer Mini-PV-Anlage versorgen. Nicht direkt verbrauchter Strom wird unentgeltlich in das öffentliche Stromnetz eingespeist, was nur dem Energieversorger etwas bringt.

Nachteil 3: Keine vollständige Autarkie durch Balkonkraftwerk möglich
Durch die mögliche (und beschränkte) Leistung eines Solarmoduls und die erlaubte Einspeisung in den Hausstrom ist es nicht möglich, sämtliche elektrischen Geräte durch die umgewandelte Sonnenenergie zu betreiben.

Nachteil 4: Noch komplizierte und verwirrende rechtliche Vorgaben
Die VDE, der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik e.V, regelt hierzulande maßgeblich den Betrieb eines Balkonkraftwerks und gibt vor, an welche Normen es sich zu halten gilt. Zum einen gibt es beispielsweise Vorgaben, die in der DIN VDE 0100-551 und DIN VDE 0100-551-1 geregelt sind. Diese besagen, dass der Anschluss steckerfertiger PV-Anlagen nur über eine spezielle Energiesteckvorrichtung erfolgen darf, um in vorhandene Endstromkreise einzuspeisen. Zum anderen sind Balkonkraftwerke beim Netzbetreiber anzumelden, was jedoch vergleichsweise einfach vonstattengeht.

Nachteil 5: Intensive Sonneneinstrahlung für optimalen Betrieb notwendig
Besonders diejenigen, die ein Balkonkraftwerk auf dem vorhandenen Balkon anbringen möchten, sind durch den Ort gebunden. Liegt ein Balkon mit Nordausrichtung vor, kann nur wenige Stunden am Tag Strom erzeugt und genutzt werden. Zudem kann eine montierte Mini-Solaranlage unter Umständen den Komfort auf dem Balkon einschränken (z.B. könnte das Anbringen von Blumenkästen erschwert werden oder das Kabel stört).

Als Mieter solltest du, bevor du ein Balkonkraftwerk kaufst, direkt bei deinem Vermieter oder deiner Vermieterin anfragen, ob das Anbringen und der Betrieb erlaubt ist. Nur so bist du auf der sicheren Seite. Lass dir die Zusage deines Vermieters oder der Vermieterin am besten schriftlich mitteilen, um etwas in der Hand zu haben, wenn es später zu Problemen kommen sollte.

Es gibt verschiedene Methoden und Möglichkeiten, um die Einspeisung des Balkonkraftwerks zu messen. Bei normalen Schuko-Steckern kann eine schaltbare Steckdose für die Energiemessung genutzt werden, die per App alle gewünschten Daten übersichtlich aufbereitet anzeigt. Günstige Modelle dieser Zwischenstecker gehen bei etwa 20 € los. Auch einfache Messsteckdosen, an denen du direkt die Einspeisung auf dem Display ablesen kannst, verrichten zuverlässig ihren Dienst. Auf der anderen Seite gibt es Geräte, die mit Wieland-Steckdosen kompatibel sind und den Stromertrag messen können. Hier reicht ein einfacher Zwischenstecker allerdings nicht aus. Es ist ratsam, deinen Elektriker vor dem Einbau der Wieland-Steckdose nach einer Anschlussbox mit einem Stromzähler zu fragen. Dieser kann dir fachkundige Informationen liefern, bevor du ein favorisiertes Modell kaufst und verbauen lässt. Die Kosten sind bei diesen Geräten allerdings etwas höher, zumal weitere Ausgaben durch den Einbau auf dich zu kommen.

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Thomas
Thomas ist bereits seit 2016 im Team und arbeitete zunächst in der Online-Redaktion, ehe er sich der Suchmaschinenoptimierung zugewandt hat. Für das Magazin schreibt er vor allem unternehmensspezifische Beiträge und sucht nach Themen mit besonderem Sparfokus!